Debian - Thin-Client RDP-Verbindung mit LXDE
Ziele
- Workstations, auf denen lokal mit Windows gearbeitet wurde, sollen Linux-Clients für eine Terminalverbindung werden.
- Ein Benutzer soll automatisch angemeldet werden.
- Nach dem Anmelden eines bestimmten Benutzers soll automatisch eine Terminalverbindung aufgebaut werden.
- Wurde die Terminalsitzung beendet, soll sie einfach wieder aufgebaut werden können.
- Das System auf dem lokalen Computer soll möglichst geringe Ansprüche an die Hardware stellen und dennoch eine zügige Arbeit in der Terminalsitzung zulassen (, die natürlich auch vom Terminalserver abhängt).
Vorarbeit
Die Grundinstallation von Debian ohne grafische Benutzerumgebung wurde durchgeführt.
Installation
# aptitude install xserver-xorg xfonts-base lxde rdesktop ssh mc
Über die Konsole (adduser benutzername) und in den Systemeinstellungen, 'Einstellung des Anmeldefensters', 'Zeitgesteuerte Anmeldung aktivieren', in der der grafischen Oberfläche wurde ein Benutzer eingerichtet, der nach 10 Sekunden automatisch angemeldet wird. Wenn der betreffende Benutzer sich abmeldet, wird er automatisch wieder angemeldet. So müssen die lokalen Anwender/innen kein Passwort kennen. In diesem Beispiel heißt der Benutzer 'thinclient'. Die Einstellungen des Desktops und des Panels wurden angepasst (Icons entfernt, Farben geändert, schwarzer Bildschirm als Bildschirmschoner, automatische Sperrung des Bildschirmes deaktiviert, nur ein Desktop verfügbar).
/usr/local/rdpclient einrichten
Bei der Frage, wo die Datei für die RDP-Verbindung gespeichert werden soll, habe ich mich für diesen Ort entschieden, weil er unabhängig von einer Benutzerumgebung vorhanden ist. Diese Datei wird durch eine weiter unten beschriebene Datei aufgerufen, die dann auf dem Desktop des Benutzers liegt.
# mkdir /usr/local/rdpclient
Kommando für die RDP-Verbindung
Eine kleine Datei rdesktop.sh wird erstellt in /usr/local/rdpclient, in der die Einträge für die RDP-Verbindung stehen.
# touch /usr/local/rdpclient/rdesktop.sh
Inhalt (alles ab 'rdesktop' in einer Zeile schreiben, der Zeilenumbruch ist platzbedingt)
#!/bin/bash
rdesktop -u "" -d DOMAENENNAME -k de -f -a 16 -N -r clipboard:CLIPBOARD 123.123.123.123
Die Zahlen 123.123.123.123 stehen für die IP-Adresse des Terminalservers.
Dokumentation der Optionen lesen mit
$ man rdesktop
Die Datei wird ausführbar gemacht.
# chmod +x /usr/local/rdpclient/thinclient/rdesktop.sh
Desktop des Benutzers
Leider habe ich nach der Installation von LXDE keinen Ordner /home/thinclient/Desktop vorgefunden. Deswegen habe ich den Ordner erstellt.
# mkdir /home/thinclient
# mkdir /home/thinclient/Desktop
Auf dem Desktop des Benutzers 'thinclient' (/home/thinclient/Desktop) wird eine Datei 'Terminalserver.desktop' gespeichert, mit der die Terminalverbindung bei Bedarf manuell gestartet werden kann. Die Datei verweist auf die eben erstellte /usr/local/rdpclient/thinclient/rdesktop.sh.
Inhalt
[Desktop Entry]
Encoding=UTF-8
Version=1.0
Type=Application
Terminal=false
Icon[de_DE]=session-properties
Name[de_DE]=Terminalserver
Exec=/usr/local/rdpclient/rdesktop.sh
Comment[de_DE]=Terminalserver
Name=Terminalserver
Comment=Terminalserver-Verbindung
Icon=session-properties
Auch diese Datei wird ausführbar gemacht, kann also mit einem Doppelklick gestartet werden.
# chmod +x /home/thinclient/Desktop/Terminalserver.desktop
Die Datei erscheint zwar mit dem Namen Terminalserver. Aber leider ist kein Icon vorhanden. Zur Stunde habe ich noch nicht herausgefunden, wie ich das ändern kann. Es funktioniert auch so, wenn man doppelt auf die Schrift klickt.
Autostart-Datei ändern
In /etc/xdg/lxsession/LXDE wird
die Datei 'autostart' am Ende ergänzt.
Inhalt der Ergänzung:
@lxde-settings
@xscreensaver -no-splash
@lxpanel --profile LXDE
@pcmanfm -d
@/usr/local/rdpclient/rdesktop.sh
Auch diese Datei wird gegebenenfalls ausführbar gemacht.
# chmod +x /etc/xdg/lxsession/LXDE
Wenn der Benutzer sich am System anmeldet oder automatisch angemeldet wird, wird diese Datei ausgeführt. Ein Benutzerkonto automatisch anzumelden, vereinfacht die ganze Angelegenheit. Den Anwenderinnen und Anwender müssen dann keine Zugangsdaten für das Linux-System übermittelt werden. Die werden ohnehin gern vergessen. Es soll ja immer alles so einfach wir möglich sein. Also Rechner einschalten und dann an der Terminalumgebung anmelden können, später abmelden und noch wissen, wie man den Linux-Rechner herunterfährt.